Im iranischen Untergrund rockt es heftig

In Deutschland stellen Kulturrelativisten und deren „Qualitätsmedien“ die Menschen im Iran auch mal gerne als von der Welt abgeschnittene, brave, religiöse Kopftuchfreunde dar. Leute, die eigentlich gerne weiterhin sich an den Segnungen einer islamischen Republik erfreuen wollen, aber eben nur etwas milder. Leute, die also ganz dringend durch Claudia Roth und Konsorten Goethe-Institute und weitere Segnungen deutscher Kultur benötigen, dargereicht durch deutsche Parlamentarier auf „Kulturaustausch“-Händeschüttelreisen zu den klerikalfaschistischen Folterern und Henkern im Iran.

Zum Händeschütteln geben sich in den letzten Wochen deutsche Politiker und andere Funktionäre und Kulturfreunde die Klinke in die Hand, und Thomas v. der Osten-Sacken schrieb dazu durchaus passend u.a. :
„Warum zieht der ganze Bundestag eigentlich nicht gleich nach Teheran um? Irgendwie wäre er da in Zukunft besser aufgehoben. Für jeden von diesen Parlamentariern, die es offenbar so manisch zu den Ayatollahs zieht, um sich da zu erniedrigen, nimmt Deutschland im Gegenzug dann 100 mit dem Leben bedrohte iranische Freiheitsaktivisten auf.“
 
Entgegen dem von deutschen Kulturfreunden häufig so bemüht vermittelten Iran-Bild, rockt und rollt es im iranischen Untergrund auch ganz heftig. Es gibt massenhaft gute Bands im Iran, die viel Schikane und Gefahr auf sich nehmen, um kleine Konzerte zu geben, in Kellern und Wohnungen wird mit Home-Recording-Equipment produziert und gerockt. Wenn solche Bands es schaffen, den Iran zu verlassen, und auch international zu touren, dann merkt das internationale Publikum erst recht, wie sehr sie oft qualitativ so richtig klasse klingen, und live gut abgehen, siehe z.B. die begeisterten Kommentare auf youtube unter den Videos der Blues- und Crossover-Band „Kiosk“, u. a. wunderte man sich da, in welcher Sprache Kiosk singen, und man hielt sie für die neuen Bob Dylans und Dire Straits.
Es ist durchaus davon auszugehen, dass eine der Begleiterscheinungen eines freien Irans der Aspekt sein kann, dass sich die internationale Rock-Szene auf was gefasst machen muss, da würden aus dem Iran massenhaft klasse Bands und Acts international bekannter werden, auch falls die Musikindustrie sie erstmal ignorieren würde, es gibt ja auch alternative Möglichkeiten.
 
Auf diesem Blog werden in loser Abfolge youtube-Videos von iranischen Bands gezeigt. Den Anfang macht hier der Song „Human Jungle“ von der Band „Take It Easy Hospital“. Negar und Ashkan von Take It Easy Hospital waren die Hauptprotagonisten des Films „No One Knows About Persian Cats“, ein Film, der von der iranischen Rockszene im Untergrund handelt, und zeigt, wie Negar und Ashkan versuchen, eine Band zu gründen und den Iran zu verlassen. Sie schafften es schließlich, und touren heute durch Europa.

Hier anklicken: Human Jungle – Take It Easy Hospital from No One Knows About Persian Cats
 
 

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