…anders kann man sich das nicht erklären, mit welcher Bereitwilligkeit verschiedene politische Lager so willig sind, zivilisatorische und hart erkämpfte Standards der Aufklärung zugunsten von islamischen Wünschen über Bord zu werfen. Von Links bis Rechts, von Rinks bis Lechts. Jeder hat was davon. Das ganze Islam- und Djihad-Ding befriedigt alle Sehnsüchte.
Für Investoren ist ein Sharia-Staat ein angenehmer Zustand: Die Menschen haben die Klappe zu halten, kein Widerwort, nur noch das tägliche Beten, nur noch Märtyrer bejammern und die Verleugnung der eigenen Menschlichkeit ist erlaubt, keine Gewerkschaft, keine Redefreiheit, alle malochen nur, alles ist verboten, und das alles für den Glauben und für “höhere” Ziele wie z.B. gegen “Zionisten”.
Für viele FDP-Liberale muss das auch klasse sein mit den Steinigern, Sheikhs und Mullahs: Endlich mal frank und frei dealen wie man möchte, ohne noch Rücksicht auf irgendetwas überhaupt nehmen zu müssen, siehe z.B. vor kurzem die Reise von Elke Hoff in den Iran.
Viele Funktionäre europäischer Christen freuen sich, endlich mal wieder eine Religion zu sehen, wo noch so richtig zünftig geglaubt wird, dass es nur noch so kracht und raucht, und wo man noch strammsteht für den Glauben. Und wo man sich nicht mit so wischi – waschi – komm – ich – heut – nicht – komm – ich – morgen – Glauben zufrieden geben muss, wie in den Kirchen in Europa.
Am meisten fürchten christliche Funktionäre, dass die Gesellschaft richtig säkularisiert werden könnte, und dass der beliebte Atheismus sich weiter verbreiten könnte. Also aus europäisch-christlicher Sicht lieber die Umma als den Atheismus, deswegen können islamische Funktionäre immer mit sofortigen Beistand von Christen in Europa rechnen, wenn sie weitere Projekte angehen wollen. Angehörige von christlichen Gemeinden, die in Ländern, wo der Islam was zu sagen hat, grausamst unterdrückt und massakriert werden, demonstrieren hier in Europa. Sie werden aber keine Solidarität von ihren christlichen Glaubenskollegen hier bekommen. Europäische Christen sind zu sehr damit beschäftigt, sich über jede neu gebaute Moschee in ihrem Kaff zu freuen, ganz überwältigt davon, dass endlich wieder mehr Religion bei ihnen einkehrt, und europäisch-christliche Funktionäre haben mehr damit zu tun, islamisch-faschistischen Diktatoren wohlfeil ihre Hand zu reichen (siehe die jüngste Iran-Reise von Wolfgang Huber, ehemals Bischof von Berlin), anstatt sich Sorgen über Menschenrechte, Folter und Hinrichtungen zu machen.
Für Sozialdemokraten ist die Sache mit dem Islam auch eine relativ einfache Kür. Viele Muslime wählen SPD, da will man seine Wählerschaft nicht verschrecken. SPD-Lautsprechern gefällt es, zu unterscheiden zwischen dem liebevoll-herzigem und völlig uneigennützig gemeintem Kapitalismus nach deutscher Machart, gegenüber den widerlichen Heuschrecken, die ja aus Amerika über uns herfallen, und auch dafür gibt es von islamischer Seite einen weiteren Bonus.
Für Nazis ist die Solidarität mit Ahmadinejad und der islamischen Bewegung natürlich total klar und es ist eine lange historische Kooperation. Man kennt sich sehr, sehr lange, und man weiß sich sehr zu schätzen, man hat viel miteinander geteilt, man hat sich gegenseitig voran gebracht. Siehe z.B. die Geschichte mit Al-Husseini, dem Mufti von Jerusalem, Großonkel von Arafat.
Friedensbewegten ist eigentlich so ziemlich alles in der Welt komplett scheißegal, sie warten eigentlich nur darauf, dass endlich mal wieder ein Amerikaner oder ein Israeli irgendetwas macht, damit sie wieder auf die Strassen gehen können, und sich gut fühlen können, eben als “Gut-” Menschen, ohne Risiken einzugehen, einfach nur zur persönlichen satisfaction.
Für Grüne ist der Islam höchst attraktiv. Bin Laden sah ja auf seinem schwarzem Pferd schon immer ähnlich gütig und heroisch aus wie Winnetou, und letztens hat er sich ja auch über Video zum Umweltschutz geäußert. Ist ja auch irgendwie ein Stück weit voll nett…
Beim Gang zum Gemüseladen in angesagten Stadtvierteln kann man sich zeigen als Super-Multikulti, weil Kopftuchfrauen da unterwegs sind, und bis das eigene Kind in das schulfähige Alter kommt, ist man da sowieso schon längst wieder weggezogen. Aber selbst wenn man da schon längst wieder weggezogen ist, dann möchte man doch gerne, dass Religion und “Kultur” dort weiter praktiziert wird. Man fühlt sich als Gutmensch, weil man bei Coca Cola und Mac Donalds die Nase rümpft, und gleichzeitig jede ausbeuterische Döner-Bude als “Kultur” empfindet. Die ZEIT, die taz, die Heinrich-Böll-Stiftung, Joschka Fischer, Claudia Roth und andere gehören seit längerem zu den Schönrednern, Appeasern und Unterstützern der faschistischen Islamischen Republik Irans.
Broder hatte recht, als er nach Claudia Roth´s letzter Aufwartung bei den Mullahs meinte, dass, wenn sie von Theresienstadt zurückkäme, sie als erstes fordern würde, dass man das dortige Theater subventionieren müsste.
Für Leute aus dem Lager von der Linkspartei und den Antiimperialisten ist die ganze Islam-Sache das Superding schlechthin. Oskar Lafontaine fand große Schnittmengen zwischen dem Islam und der Linken, und wollte in den Iran reisen, um nach dem lupenreinen Gerhard Schröder auch endlich mal Ahmadinejad die Hand zu schütteln, aber da kam ihm der Sommer von 2009 dazwischen mit den ganzen mutigen Großdemonstrationen der Freiheitsbewegung im Iran, welche gerne von linken Friedensfreunden und den deutschen “Qualitätsmedien” totgeschwiegen wurden.
Die Linkspartei und ähnliche Friedensfreunde – als Sammelbecken des deutschen Antisemitismus – sind natürlich überaus angetan davon, wenn es, wie bei der islamischen Bewegung, endlich mal wieder so richtig gegen “die Zionisten” und gegen Israel geht. Die Krönung des anti-imperialistischen Lagers der Linken zeigte sich immer dann, wenn sie als Hobby-Bassidji und Schlägertrupps unterwegs waren, und dabei zeigten, dass sie wenigstens die Toilette ihrer Vereinskneipe samt den benachbarten Straßenzügen zionistenrein halten können.
Linke schwingen sich innerhalb ihrer eigenen Szenen gerne von einer Sexismus-Debatte zur nächsten, aber es werden trotzdem deutsche Linke sein, die das Kopftuch auch dann immer noch verteidigen werden, auch wenn es im Nahen und Mittleren Osten kaum noch jemand mehr trägt. Die islamische Umma ist ein Zwangskollektiv und eine Elendsverwaltung, und so was sehen viele Linke und Sozialisten des 21. Jahrhunderts ja sehr gerne, sowas ist doch viel erstrebenswerter als so dekadent westlich-imperialistische Sachen wie Pressefreiheit, Nacktbaden, Gay Parades, Lippenstifte, Popmusik und Knutschen auf der Strasse.
Des Weiteren ist im linken Szene-Mief das Leiden unter der eigenen selbstverschuldeten Ausweglosigkeit, Verkommenheit und Erfolglosigkeit recht groß, und insofern werden sie durch die islamische Bewegung auch deswegen angetörnt, weil da immerhin endlich jemand mit Macht, Terror und Bombenknall was gegen diese bösen Imperialisten und Zionisten tut. Man hat selber nix auf die Reihe gekriegt, und dann geilt man sich eben daran auf, wenn wenigstens irgendwelche Amahdinejads, Bassidjis, Talibans und Hizbollahs Macht haben… Tiefer kann man nicht sinken.
Das Gute ist: Es gibt massig Menschen, die mit dem Obengeschriebenen nix mit am Hut haben.
Tom Silvest
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“Friedensbewegten ist eigentlich so ziemlich alles in der Welt komplett scheißegal, sie warten eigentlich nur darauf, dass endlich mal wieder ein Amerikaner oder ein Israeli irgendetwas macht, damit sie wieder auf die Strassen gehen können, und sich gut fühlen können, eben als “Gut-” Menschen, ohne Risiken einzugehen, einfach nur zur persönlichen satisfaction.”
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Gut formuliert.
Grüße
Bernd (Castollux):
http://castollux.blogspot.com/2010/12/iran-politik-evangelische-volkskirche.html
Pingback: Die islamische Bewegung ist für verschiedenste Lager von Links bis Rechts höchst attraktiv (via windy lookout) « Toumai1470's Blog
Seeehr schöner Beitrag, das ist mir aus der Seele gesprochen.
Hi Martin, Danke!
…und auch Danke an Bernd, auch wenn´s länger her ist